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Meines Eindrucks nach eine der vernachlässigsten Zahlen der letzten Zeit, deswegen erwache ich dafür aus meiner 18-monatigen Blogstarre. Aufmerksam geworden darauf bin ich im Rahmen der Berichterstattung zu den Anschlägen in Norwegen:
3 von 249 Terroranschlägen in Europa im Jahr 2010 hatten islamistischen Hintergrund.
3 von 249! Wenig mehr als 1%. Dies in Bezug zu der Präsenz von islamistischem Terror in der öffentlichen Wahrnehmung und in der Argumentation für Kriege in der Welt zu setzen, überlasse ich dem Leser. Das blutigste Attentat der Bundesrepublik Deutschland war übrigens das Oktoberfestattentat 1980 – mit rechtsextremistischem Hintergrund.
Zahlen aus dem Europol-Jahresbericht 2010 via derStandard.at.
In related news: Wer solche Experten kennt, braucht keine Laien (FAZ)
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Lustiges Tauschen – Infografik
Die Infografik zum Spiel
Eine Grafik zur aktuellen Kabinettsumbildung anhänglich meines gestrigen Blogeintrages Lustiges Tauschen.
Gestern habe ich einen Beitrag zu unserem lustigen Kabinett geschrieben, dass durch die jüngsten Umbildungen und Ministerwechsel noch viel lustiger geworden ist. Die Betrachtung der politischen Bereiche, in denen die zukünftigen Minister vor ihren ministeriellen Würden tätig waren, verleit der Geschichte dabei durchaus noch mehr Farbe. Ich habe daher mal eine kleine Infografik gebastelt:
Lustiges Minister-TauschenDie Grafik stellt natürlich nur einen kleinen, aktuell relevanten Ausschnitt des Kabinetts und der zeitlichen Entwicklung dar. Sowohl zu beiden Seiten als auch nach oben (vergangenes) und unten (zukünftige Entwicklungen) sind die Grenzen offen. Folgerichtig stelle ich die Grafik unter eine freie Lizenz[#]_ , sie kann gerne beliebig verändert und erweitert werden.
Die Berichterstattung, die mir dazu gestern in den Medien entgegenkam, war: Der Moderator des Radiosenders wdr2 erklärte mir, dass Frau von der Leyen nun endlich der Wunsch nach einer beruflichen Umorientierung erfüllt wird und sie dies dementsprechend „zu Höchstleistungen anspornen wird“ (wdr2). Das ist kritischer Journalismus. Sind die höchsten Ämter dieses Landes wirklich der Platz, um beruflich herumzuexperimentieren? „Ja“, sagt der WDR2. Statt die Schwierigkeiten anzusprechen, die eine Einarbeitung in ein neues Aufgabenfeld und die daraus resultierende Verzögerung wichtiger Entscheidungen bedeutet, wird die Motivation gelobt, die ein solcher Wechsel mit sich bringt. Aha.
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- Ich stelle die Grafik unter die Lizenz Creative Commons By-Sa 3.0. Die Grafik darf also unter Nennung des Urhebers und unter Beibehaltung der Lizenz beliebig verändert und weiterverwendet werden. Die enthaltenen Fotos sind der Wikipedia entnommen: Guttenberg, von der Leyen, Jung, Brüderle, Scholz und Köhler. Den Quellcode der Vektorgrafik gibt´s hier.
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Lustiges Tauschen
Minister(in)-Wechsel-Dich
Auf Bundesarbeitsminister Jung folgt nun Ursula von der Leyen als Arbeitsministerin. An ihre Stelle tritt die 32-jährige Kristina Köhler, die vorher mit Familienpolitik nichts am Hut hatte.[#]_ Unsere Bundeskanzlerin traut ihr die Aufgabe allerdings zu. Das scheint neuerdings als Qualifikation für eine(n) Bundesminister(in) auszureichen, wie Frau Merkel auf einer legendären Pressekonferenz auch bezüglich unseres Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble zu verstehen gab.
Zusammengefasst und noch um weitere Beispiel erweitert:
Unser Bundesfinanzminister war im vorigen Kabinett Bundesinnenminister
Unser scheidende Bundesministers für Arbeit und Soziales war im vorigen Kabinett Bundesverteidungsminister
Unsere neue Bundesministersin für Arbeit und Soziales war im vorigen Kabinett Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Unser amtierender Bundesverteidigungsminister war im vorigen Kabinett Bundesminister für Wirtschaft und Technologie. Bundesminister für Wirtschaft und Technologie war er geworden, obwohl sein Fachgebiet die Außenpolitik ist/war
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wird nun Kristina Köhler, eine Politikwissenschaftlerin, die mit Familienpolitik vorher nichts am Hut hatte[#]_
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Jeder, der sich über einige Jahre mit einer Thematik fachlich auseinandersetzt, weiß, dass sich in der Regel die großen Zusammenhänge eines Themas erst erschließen, wenn man das Thema jahrelang durchdrungen hat und es in- und auswendig kennt. Sicherlich ist manchmal eine Außensicht auf eine Thema hilfreich, aber nicht umsonst werden in der Wissenschaft die großen Würfe in der Regel von Wissenschaftlern gemacht, die seit Jahren als Koryphäen auf ihrem Gebiet gelten und dem Thema seit Jahren inniglich verschrieben sind.
Wieso wird die Leitung eines Staates, die Führung von 80 Millionen Menschen Amateuren (in ihren Arbeitsgebieten) überlassen?[#]_
Ich glaube es wird Zeit, sich wieder bewusst zu machen, dass Bundespolitik kein großes Spiel ist, in dem eine Person entscheidet wer in der Bande mitspielen darf und was er zu tun hat. Ich wünsche mir ein Bundeskabinett, in dem diejenigen Personen zu Ministern/Ministerinnen ernannt werden, die in ihrem Gebiet die besten sind. Unabhängig ihres Alters, ihrer Herkunft und (am besten) sogar unabhängig ihrer Parteizugehörigkeit.
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- Amateur ist hier kein Schimpfwort, sondern bezieht sich darauf, dass hier Menschen abseits ihres Fachgebietes arbeiten.
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Zensur ist keine Lösung
Warum Zensur keine Lösung ist, versucht netzpoltik.org sachlich in einer kommentierten, ausführlichen Liste darzustellen. Mit vielen weiterführenden Links zum Thema.
Wer in solchen Belangen gerne auf die etablierten Medien setzt, findet bei der FAZ einen Artikel, der das Thema von mehreren Seiten in sachlichem Ton und äußerst lesenswert beleuchtet.
ZAPP: Heftige Proteste gegen Sperrungen im Internet… weiterlesen. -
Wilhelm, das Bügelbrett
Ein neues Bügelbrett
Ein anonymer Gastautor dokumentiert heute im BILDblog einen neuen Wikipedia-Scherz, der sich rasant und ungeprüft durch die Medien verbeitet.
Der ungenannte Autor hat anonym am Abend des 8. Februar den Namen des (noch) amtierenden Bundeswirtschaftsministers auf den Vornamen „Wilhelm“ erweitert. [1] Nachdem sich dieser falsche Name zu SPIEGEL Online herumgesprochen hatte, wurde eben dieser Artikel bei Wikipedia wiederum als Quelle für den Namen angegeben. [2] Das Titanic Magazin hat dazu einmal ein Diagramm gezeigt, dass genau diesen Effekt aufzeigt. In der schnellen Wechselwirkung Wikipedia ↔ Onlinemedien kann auf diese Weise jede Falschinformation zur (zumindest kurzfristigen) Wahrheit mutieren. Erschreckend.
Quelle: Titanic MagazinDer Scherz ist inzwischen aufgrund der Geschichte von BILDblog aus aus dem Wikipedia-Artikel verschwunden, fraglich ist jedoch, wie lang er sich noch in anderen (Online-) Medien hält. Er ist unter anderem bei SPIEGEL Online, Handelsblatt.com, heute.de, im RTL-Nachtjournal, in der Süddeutschen Zeitung und auf der Titelseite der BILD gelandet.
Die Überschrift zeigt, dass ich versucht bin, eine neuerliche Selbstreferenz zu wagen, man möge mir dies verzeihen. Die Geschichte erinnert stark an den Vorfall rund um die Frauen-Nationalelf. Damals handelte es sich jedoch im wesentlichen um Unsinn, um Unterhaltung. Dieser Vorfall zeigt die Erschließung der Politik und belegt, dass Journalisten auch in diesem Themengebiet offenbar unvorsichtig mit Informationen und Quellen umgehen.
Die möglichen Auswirkungen sind beliebig. Aktuell (11. Februar, morgens) ergibt übrigens der gefälschte Name bereits mehr Treffer bei Google (141 exakte Treffer [3] ) als der richtige Name (93 exakte Treffer [4] ). Glückwunsch, er ist somit wahr.
Die ganze Geschichte im BILDblog: „Wie ich Freiherr von Guttenberg zu Wilhelm machte“.
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- Anonyme Einfügung am 8. Februar um 21:40 Uhr.
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- Suchanfrage "Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Wilhelm Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg"; 141 Treffer bei Google am 11. Februar, morgens.
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- Suchanfrage `"Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg"`_; 93 Treffer bei Google am 11. Februar, morgens.
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